Haus des Lebens - Wohnheim für psychisch kranke Menschen

 

 Kurzfreizeit vom 28. – 31. August 2017 in der Hubertustenne in Eslohe/Hochsauerland


Ein Reisebericht von Martina Feldmann

Juchhu!!! Wir fahren in die Freizeit!!!

Wie in jedem Jahr hat „Das Haus des Lebens“ ihren BewohnerInnen einen kleinen Tapetenwechsel gegönnt. Dieser dient natürlich nicht nur der Tatsache mal „die Seele baumeln“ lassen zu können, sondern es wird der Boden bereitet alle Mitgereisten auf anderer Ebene wie im Alltag zu begegnen und kennenzulernen, sowie auch an sich selbst immer wieder „Neues“ zu entdecken. Es kommen die interessantesten Gespräche zustande, es entstehen Freundschaften, eventuelle Vorurteile sind plötzlich wie weggeblasen; es gibt viel Raum zum Lachen, für lieb gemeinte kleine Frotzeleien, aber auch für Tränen, denn die gehören zum Leben ja ebenfalls unweigerlich dazu.

Dadurch, dass nicht nur BewohnerInnen der Häuser I & II, sondern auch Personen, die dort inzwischen ausgezogen sind und im sog. „betreuten Wohnen“ leben, teilnahmen, lernte man Menschen kennen, denen man sonst nur im Vorbeigehen begegnete.  Ein nicht zu unterschätzender Seiteneffekt ist, dass man die Betreuer ebenfalls mal ganz anders erleben kann und –siehe da-  sie können echt sehr nett sein!  

In diesem Jahr waren die „Leidtragenden“ unserer „Invasion“ die Betreiber der Hubertustenne in Eslohe im Hochsauerland. Am 28. August sind wir dort „eingefallen“. Wir, das waren unsere Ergotherapeutin Frau Dachsel, der stellv. Leiter unserer Einrichtung Herr Frank, die beiden Praktikantinnen Frau Frank (weder verwandt noch verschwägert…..), Frau Ada und der wichtigste „Betreuer“ Cezar, der Therapielabrador von Frau Dachsel, sowie zehn Personen des „gemeinen Volkes“, nämlich die BewohnerInnen und Ex-BewohnerInnen der Einrichtung. 

Gut gelaunt ging es gegen 10Uhr morgens mit zwei Kleinbussen los. Es war wie bei einer Klassenfahrt: „Musik lauter!“ „Nein, leiser!“ „Ich muss mal!“ „Wann sind wir endlich da?!“ Dank Navi fanden unsere Betreuerinnen ohne Umwege den richtigen Weg. Nach der Ankunft ging erst mal das übliche Gerangel los: wer mit wem und mit wie vielen in einem Zimmer schläft; dies wurde aber schnell gelöst.

Der erste Programmpunkt fand gleich am Spätnachmittag statt. Der Betreiber der Hubertustenne und gleichzeitig auch Besitzer eines Bauernhofes, holte uns mit dem Planwagen ab und brachte uns zu seinen Kühen auf die Weide, wo wir zusehen konnten wie  heutzutage gemolken wird. Wir bekamen sogar die Möglichkeit selbst unsere „Melkkunst“ zu beweisen und siehe da, unser Allroundtalent Frau Dachsel beherrschte auch dies, jedoch direkt gefolgt von einer der Heimbewohnerinnen. Abends fand ein kleines Grillfest auf dem Bauernhof statt und wir wurden in wunderbar ländlicher Umgebung bestens verköstigt.

Nach ausgiebigem Frühstück ging es bei strahlendem Sonnenschein in den Freizeitpark „Fort Fun“ und so manch eine/r traute sich Attraktionen auszuprobieren, was er/sie vorher nie für möglich gehalten hätte. So z.B. eine Bewohnerin, die sich an der starken und sicheren Hand von Herrn Frank sogar ins Riesenrad (45m hoch) setzte, was für sie in der Vergangenheit vollkommen undenkbar gewesen war. Die Fahrt mit der Wasserrutsche hatte den Vorteil, dass man sich das abendliche Duschen ersparen konnte: denn so manch eine/r kam pitschnass dort wieder heraus. Alles in allem war es ein gelungener Tag und alle waren zufrieden und wohlig müde, als wir abends in unsere Herberge zurückkehrten.

Das Highlight unseres letzten Urlaubstages war eine Schifffahrt auf dem Hennesee, wieder bei strahlendem Sonnenschein und spiegelglattem Wasser. Balsam für die Seele! Ein vorzügliches Mittagessen an frischer Luft beendete den Ausflug. Für den Abend hatte Frau Dachsel auf „unserem“ Bauernhof eine Art „Schnupperreiten“ organisiert, was leider buchstäblich ins Wasser fiel, denn es fing an zu donnern und zu regnen, sodass jede (natürlich trauten sich mal wieder nur die Frauen, hihi) nur zwei bis drei Runden auf dem kleinen Reitplatz geführt werden konnte. Zumindest aber konnten wir die vielen Tiere dort, wie Hunde, Esel, Gänse, Ziegen oder Kaninchen bestaunen und beschmusen.

Am nächsten Tag hieß es schon wieder: ab nach Hause  -obwohl der/die eine/r oder andere/r noch gerne geblieben wäre-  und unsere BetreuerInnen brachten uns sicher wieder nach Hause.

Last but not least: ein besonderes Lob und ein großes Dankeschön geht an unsere beiden Praktikantinnen, die sich fast rund um die Uhr mit viel Geduld und immer wieder gut Laune verbreitend um die Belange der/s einzelner/m kümmerten.